Ralf Schumacher hofft bei seiner schwierigen Suche nach einem neuen Formel-1-Cockpit auf ein Angebot von McLaren- Mercedes.
Jeder Fahrer würde gerne in diesem Super-Auto sitzen», brachte sich der arbeitslose Rennfahrer in der «Bild am Sonntag» selbst ins Gespräch als neuer Teamkollege von Vizeweltmeister Lewis Hamilton. Das britisch-deutsche Top-Team hat noch keinen Nachfolger für den zweifachen Champion Fernando Alonso. «Es gibt noch keine Entscheidung», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Möglicherweise bleibt McLaren-Mercedes für die kommende Grand- Prix-Saison nur eine Übergangslösung übrig. Der als Wunschkandidat geltende Keke Rosberg hat mehrfach beteuert, dass er seinen bis 2008 gültigen Vertrag bei Williams-Toyota erfüllen wolle: «Ich bin noch jung. Ich bleibe.» Zudem versicherte Teamchef Frank Williams, dass er sein deutsches Zugpferd aus Wiesbaden auf keinen Fall vorzeitig freigeben werde. Adrian Sutil (Gräfelfing) vom Team Force India (vormals Spyker), den Hamilton gerne als neuen Teamkollegen hätte, wäre nur gegen eine enorme Ablösesumme zu haben.
In Expertenkreisen gilt es als wahrscheinlich, dass Renault-Pilot Heikki Kovalainen oder McLaren-Mercedes-Ersatzfahrer Pedro de la Rosa den Zuschlag für die kommende Saison erhalten. Im Fall des Finnen wäre ein Tauschgeschäft mit Alonso möglich. Renault will den Spanier, mit dem es 2005 und 2006 im Titelrennen triumphierte, unbedingt zurückholen und bastelt seit Wochen an einem angeblich 60 Millionen Euro umfassenden Sponsorendeal. De la Rosa wäre die einfachste Variante, da er mit dem Team bestens vertraut ist und schon mehrere Rennen im Silberpfeil bestritten hat.
Ralf Schumacher spekuliert offensichtlich darauf, in dieser Frage lachender Dritter werden zu können. «Es ist kein Geheimnis, dass der Platz bei McLaren-Mercedes das mit Abstand begehrteste Cockpit ist», sagte er. Zugleich räumte der 32 Jahre alte Kerpener ein, dass es noch zu keinem Kontakt zwischen ihm und dem Team gekommen sei. Der Bruder von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher hat nach seinem Abgang von Toyota nur noch eine realistische Option für die Königsklasse: Er testet vom 4. bis 6. Dezember für Force India. Aber selbst bei dem Hinterbänklerteam muss sich der sechsmalige Grand- Prix-Gewinner mit einem halben Dutzend Konkurrenten um ein freies Cockpit streiten.
Michael Schumacher hatte sich bereits für seinen Bruder stark gemacht: «Ralf ist absolut meine Empfehlung.» Ein weiterer Fürsprecher ist der frühere Formel-1-Fahrer Joachim Stuck. «Ralf wäre perfekt. Er hat eine riesige Erfahrung und ist hochmotiviert, es nach der Gurken-Zeit bei Toyota noch mal allen zu zeigen», sagte der Bayer.
Indes hat McLaren-Mercedes nach Berichten britischer Tageszeitungen die Spionage-Vorwürfe gegen Renault konkretisiert. Demnach sollen 33 Dokumente mit geheimen Daten im September 2006 auf einen Computer des französischen Konkurrenz-Teams geladen worden sein. Auf 780 Zeichnungen sei der Entwurf des Vorjahres- und des aktuellen Wagens zu finden gewesen. Angeblich hätten sich 18 Renault- Mitarbeiter mit dem Material beschäftigt.
Renault muss sich in dieser zweiten Spionage-Affäre am 6. Dezember vor dem Internationalen Motorsportverband FIA verantworten. Die Franzosen haben versichert, das Material nicht genutzt zu haben. Der betreffende Ingenieur, der bei seinem Wechsel von McLaren zu Renault die Daten auf mehreren Disketten mitgebracht hatte, sei umgehend suspendiert worden.
| Juli 2008 | ||||||||||
| M | D | M | D | F | S | S | ||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |||||
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | ||||
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | ||||
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | ||||
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||||||
|
||||||||||