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Sonntag, 2. dezember 2007


Die deutschen Autobauer sind einem Pressebericht zufolge so reich wie nie zuvor. In den Kassen von BMW, Daimler und Volkswagen befänden sich aktuell mehr als 34 Milliarden Euro an frei verfügbaren Mitteln, berichtete die "Automobilwoche" unter Berufung auf einen Vergleich des Autoanalysten Georg Stürzer von der Hypovereinsbank-Mutter Unicredit. Allein in diesem und im kommenden Jahr würden die Konzerne zusammen nochmals über 26,5 Milliarden Euro an frei verwendbaren Barmitteln einnehmen.
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Damit seien die deutschen Hersteller sehr gut für den immer härter werdenden Wettbewerb gerüstet und könnten gleichzeitig höhere Dividenden an die Aktionäre ausschütten, sagte Stürzer der Zeitschrift. Auch seien die Hersteller in der Lage, nochmals mehr in umweltfreundliche Antriebe zu investieren.

Sogar große Zukäufe seien möglich. Die Bar-Reserven generiert ein Unternehmen aus dem so genannten Free Cash Flow. Er zeigt, ob ein Autohersteller noch freie Mittel übrig hat, nachdem alle Investitionen sowie die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bezahlt sind. Daher gilt diese Größe weit mehr als der ausgewiesene Gewinn als Indikator für den Zustand eines Unternehmens.

Alle drei Hersteller investierten und produzierten inzwischen hocheffizient, sagte Stürzer. Mit Abstand am meisten Cash werde vermutlich Daimler verdienen. In diesem Jahr dürften die Stuttgarter 7,1 Milliarden und 2008 sogar 8,9 Milliarden Euro generieren. Eine wesentliche Rolle spiele dabei die Trennung von Chrysler, weil damit milliardenschwere Gesundheits- und Pensionslasten abgeladen worden seien, sagte der Autoanalyst dem Magazin

von TFI-Digital
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Samstag, 1. dezember 2007

Steinbrück warnt vor "Vollkaskogesellschaft"



Der Bundestag hat den Haushaltsentwurf 2008 verabschiedet. Er sieht Ausgaben von insgesamt 283,2 Milliarden Euro vor. Das sind 4,7 Prozent mehr als in diesem Jahr. Für die Nettokreditaufnahme sind im kommenden Jahr 11,9 Milliarden Euro eingeplant, eine Milliarde weniger als zunächst von Finanzminister Peer Steinbrück angesetzt. Spätestens in vier Jahren will die Regierung ganz ohne neue Schulden auskommen.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) (Foto: REUTERS)

Steinbrück wies in der Debatte Vorwürfe der FDP zurück, die Koalition versäume es, frühzeitiger einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Zwar müsse der erforderliche Sanierungsbeitrag erbracht werden, "aber deshalb kann es doch nicht zu einem Stillstand für gestaltende Politik kommen", sagte der Finanzminister. Mit Blick auf Forderungen unter anderem von Grünen und Linkspartei nach zusätzlichen Ausgaben warnte er jedoch zugleich vor einem "Weg in die Vollkaskogesellschaft".

Größten Batzen bekommt das Arbeitsministerium

Olaf Scholz, Angela Merkel und Peer Steinbrück

Größter Einzelposten ist das Budget von Arbeitsminister Olaf Scholz in Höhe von 124 Milliarden Euro. An zweiter Stelle steht der Schuldendienst. Für die in Jahrzehnten aufgelaufene Bundesschuld von 960 Milliarden Euro werden 43 Milliarden Euro Zinsen fällig. Es folgt der Wehretat mit 29 Milliarden Euro. Für neue Politikschwerpunkte will die Regierung gut zwei Milliarden Euro mehr ausgeben. Das Geld fließt in die Bereiche Sicherheit, Entwicklungshilfe sowie Forschung und Bildung. Für Investitionen werden 24,7 Milliarden Euro veranschlagt. Der Etat 2008 muss noch im Bundesrat beraten werden; ein Einspruch gilt aber als ausgeschlossen.

von TFI-Digital
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Samstag, 1. dezember 2007
Weitere Pisa-Resultate für deutsche Schüler !!!

Kein Fortschritt in Lesen und Mathe!!!

Schulklasse beim Lesen des Duden (Foto: dpa-Zentralbild)   
Im Lesen schnitten die Deutschen nur mittelmäßig ab.
Nach der vorzeitigen Veröffentlichung der Pisa-Ergebnisse im Bereich Naturwissenschaften sind nun weitere Resultate bekannt geworden. Laut "Stuttgarter Zeitung" zeigten deutsche Schüler im Fach Mathematik und beim Lesen nur mittelmäßige Leistungen.

Demnach erreichten die deutschen 15-Jährigen im Lesen 495 Punkte und blieben damit weiter unter dem Pisa-Durchschnitt von 500 Punkten. Mit 565 Punkten verdrängte Korea in diesem Bereich Finnland von Platz eins, das 547 Punkte erzielte. Es folgt Kanada mit 527 Punkten. Der Abstand Deutschlands zur Spitzengruppe hat sich zudem weiter vergrößert und entspricht nach Pisa-Lesart einem Lernrückstand von ein bis zwei Schuljahren. 2003 erreichten die deutschen Schüler 491 Punkte.

In Mathematik führen Finnland (548), Korea (547) und die Niederlande (531) dem Bericht zufolge die Pisa-Rangliste an. Deutschland erreicht 504 Punkte wie schon 2003 - und liegt damit weiter knapp über dem Mittelwert (2003: 503).

Pisa-Koordinator weiter im Kreuzfeuer der Kritik

Pisa-Studie   
Die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie werden offiziell erst nächste Woche vorgestellt.
Unterdessen reißt die Kritik von Bildungspolitikern der Union an OECD-Koordinator der Pisa-Studie, Andreas Schleicher, nicht ab. Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU) verlangte wie bereits zuvor seine Länder-Kollegen die Abberufung von Schleicher als Pisa-Koordinator. "Unter diesen Umständen können wir mit Herrn Schleicher nicht weiter zusammenarbeiten", verlangte der CDU-Politiker. Busemann kritisierte vor allem Schleichers Aussage, die am Donnerstag vorab bekannt gewordenen Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie seien mit den früheren Pisa-Ergebnissen nicht vergleichbar und demnach nicht als Verbesserung bei den naturwissenschaftlichen Tests zu werten. Wenn eine Vergleichsstudie bestellt und mit drei Millionen Euro bezahlt werde, müsse auch dafür Sorge getragen werden, dass eine Vergleichsstudie geliefert werde.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) schloss sich der Kritik an, ohne ausdrücklich Schleichers Rücktritt zu fordern. "Herr Schleicher schadet der OECD, weil er den Eindruck erweckt, immer nur ein Thema im Kopf zu haben", sagte die CDU-Politikerin der "Stuttgarter Zeitung". Damit spielte Schavan offenbar darauf an, dass Schleicher sich mehrfach für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems in Deutschland ausgesprochen hat. Seine aktuellen Äußerungen "lassen Zweifel aufkommen, dass er ein guter Berater für die Mitgliedsländer ist", sagte die Ministerin.

"Absurde Posse"

Andreas Schleicher (Foto: picture-alliance/ dpa)   
OECD-Pisa-Koordinator Andreas Schleicher,
Schleicher wies die Kritik an seiner Person zurück und lehnte einen Rücktritt ab. "Das ist doch alles eine absurde Posse", sagte er der Nachrichtenagentur AP. Er bekräftigte seine Einschätzung, dass die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie in wesentlichen Punkten nicht mit denen von 2003 zu vergleichen seien. Schleicher verteidigte sich auch gegen Vorwürfe, die Ergebnisse zur Studie zu früh veröffentlicht zu haben: "Unser Generalsekretär hat der Öffentlichkeit lediglich die Daten zugänglich gemacht, die aus Spanien durchgesickert waren." Das tue die OECD aus Gründen der Fairness gegenüber den Medien in derartigen Fällen immer. Schleicher kündigte Sanktionen gegen Spanien wegen der verfrühten Veröffentlichung an. Das Verfahren sei mit den Mitgliedsstaaten bereits abgestimmt.

Ausstieg aus der Pisa-Studie?

Busemann sprach sich zugleich dafür aus, auf längere Sicht aus der Pisa-Studie auszusteigen. Ein nationales Vergleichssystem befinde sich bereits im Aufbau, sagte er mit Blick auf Aufträge der Kultusministerkonferenz an das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen in Berlin. Daher stelle sich die Frage, ob oder wie häufig man die internationalen Pisa-Vergleichsstudien noch brauche.

Nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums soll das Institut in Berlin ein System aufbauen, mit dem die Einhaltung der gemeinsamen Bildungsstandards der Länder überprüft werden soll. Das System solle ab 2009 für den Sekundarbereich und ab 2011 auch für den Primarbereich der Schulen einsatzbereit sein, sagte ein Ministeriumssprecher.

Schleicher warnte vor einem deutschen Ausstieg aus den weltweiten Schulvergleich. "Im Dunkeln sehen alle Schüler, Schulen und Bildungssysteme gleich aus. Was man nicht misst, kann man auch nicht verbessern", sagte Schleicher der Deutschen Presse-Agentur dpa.

von TFI-Digital
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